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Parkburgen im Schlosspark Nymphenburg

Pagodenburg

Bild: Pagodenburg

 

Ausgehend von der Gesamtkonzeption ließ Kurfürst Max Emanuel nördlich des Hauptkanals durch Joseph Effner von 1716 bis 1719 die Pagodenburg erbauen. Südlich des Schlösschens lag ein Gartenparterre, nördlich die Bahn für das golfartige Mailspiel.

 

Bild: Salettl

In einer zeitgenössischen Beschreibung heißt es: »Dieses indianische Gebäude ist ein Ort für die hohen Herrschaften daselbst auszuruhen, wenn sie auf der Mailbahn gespielt haben … Ganz unten hat es einen Saal und zwei Kabinette, das Getäfel ist auf arabische und indianische Art gemacht mit allerhand chinesischen Figuren und Pagoden.«

 

Im Erdgeschoss dominieren die Farben Blau und Weiß, die zusammen mit den exotischen Elementen der teils ornamentalen, teils figürlichen Deckenmalerei und den holländischen Kacheln an den Wänden auf China und seine Porzellanproduktion verweisen.

Das Obergeschoss besitzt raffiniert gestaltete, ganz kleine Räume. Das Antichambre mit chinesischen Tapeten an den Wänden und schwarzgrundiger Lackmalerei wirkt allein schon durch die Farbenkombination fremdländisch. Das Kabinett weist rotgrundige Lackmalerei auf. Eine bizarre Raumform verleiht dem Ruhezimmer trotz der Dekoration in »europäischen« Régenceformen exotische Züge. An der Ausstattung der Räume waren Johann Anton Gumpp und Johann Adam Pichler beteiligt. Insgesamt ist die Pagodenburg ein Hauptwerk der »Chinamode« des 18. Jahrhunderts.

 

 

Bild: Antichambre

 

 

Joseph Effner hat für seine Raumkunstwerke nicht nur die wandfeste Dekoration, sondern auch die entsprechenden Möbel entworfen. Im allgemeinen orientierte er sich am Formenschatz des französischen »style régence«. Im Einzelfall war er jedoch bemüht, neue Ideen zu entwickeln. So brachte er beim Mobiliar in den Räumen der Pagodenburg exotische Elemente ein, wodurch einzigartige Einrichtungsgegenstände wie die Leuchterständer mit Drachenköpfen entstanden sind. Kostbare Einzelstücke vervollständigen die exquisite Möblierung, so ein Spieltisch (Paris, um 1720/25), oder zwei japanische Lackkabinett-Schränkchen, die zu Kommoden umgeformt wurden (Paris, um 1715/20).

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