
Krönungswagen Kaiser Karls VII., verwendet
zur
Kaiserkrönung 1742; Paris, um 1730
Die »Reiche Remise«, die der bayerische Kurfürst Maximilian I. (reg. 1597-1651) an der Ostseite seiner Stadtresidenz errichtet hatte, war jahrhundertelang Wagenburg und Sattelkammer der Wittelsbacher. 1923 wurden diese reichhaltigen Bestände als Eigentum des Wittelsbacher Ausgleichsfonds in der ehemaligen Hofreitschule am Marstallplatz ausgestellt. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bestand bereits die Absicht, das Museum künftig in den früheren Stallungen im Kavalierbau des Schlosses Nymphenburg unterzubringen. 1941 erfolgte die Verlegung der Bestände aus der Reitschule, die drei Jahre später bei einem Luftangriff weitgehend vernichtet wurde, nach Schloss Nymphenburg. 1952 wurde dort das Marstallmuseum eröffnet.

Zweiter Münchner Krönungswagen, angefertigt
für König Max I. Joseph; München, 1818
1986, nach umfassender Bausanierung, erfolgte die im Wesentlichen bis heute bestehende, auch museal modernisierte Neuaufstellung der gesamten Sammlung. Das Museum wurde durch neue Räume im Obergeschoss erweitert und nahm dort neben kostbaren Reitausrüstungen u.a. auch die Gala-Geschirre der zwei Münchner Krönungswagen von 1813 und 1818 sowie die zwei Gala-Sänften auf. Seit 1994 werden im Marstallmuseum auch die Prunkfahrzeuge König Ludwigs II. zusammen mit den umfangreichen Beständen der zugehörigen Gala-Geschirre und den Porträts seiner königlichen Leibreitpferde präsentiert.

Großer Prunkwagen König Ludwigs II.;
München,
1870/71
Die Bestände des Museums an Wagen und Schlitten des 18. und 19. Jahrhunderts gehören neben denen der Picadeiro (der ehemaligen Hofreitschule) in Lissabon und der reichhaltigen Wiener Wagenburg in Schloss Schönbrunn zu den bedeutendsten Sammlungen dieser Art in Europa.